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LandesschülerInnenvertretung NRW: Kopfnoten, Turbo-Abi und zentrale Prüfungen sind der falsche Weg zur Chancengleichheit

Die Ergebnisse der Pisa-E-Studie, die heute von der Kultusministerkonferenz in Berlin veröffentlicht wurden, zeigen nur minimale Verbesserungen der Nordrhein-Westfälischen Schülerinnen und Schüler im Ländervergleich. Während sich Sachsen durch große Investitionen in Bildung deutlich verbessern konnte, erreichte NRW erneut nur Platz 14.

Foto: Winona Wilhelm / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)

Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW kritisiert, dass in NRW immer noch zu wenig Geld in Bildung investiert wird und macht die Landesregierung dafür verantwortlich.

„Die Landesregierung sollte sich die Ergebnisse zu Herzen nehmen und endlich zu grundlegenden Reformen übergehen“, so Magdalena Langel, Vorstandsmitglied der LSV NRW.

Die LSV NRW bemängelt ganz besonders die fehlende Chancengleichheit im deutschen Schulsystem, welche die Ergebnisse der Studie deutlich aufzeigt. In Deutschland erreichen circa 80 % der Kinder von Akademikereltern und lediglich knapp über 20 % der Kinder von Eltern mit niedrigeren Schulabschlüssen das Abitur, dabei sind vor allem die Bildungschancen für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund äußerst schlecht.

„Die Landesregierung muss endlich erkennen, dass Kopfnoten, Turbo-Abi in 12 Jahren und Zentrale Prüfungen der falsche Weg sind Bildung zu verbessern. Es ist an der Zeit sich endgültig vom dreigliedrigen Schulsystem zu verabschieden und anstelle dessen eine Schule für alle einzuführen“, fordert Catharina Claes, ebenfalls Mitglied des Landesvorstands der LSV NRW.

Gerade die Spitzenländer im internationalen Pisa-Vergleich, wie beispielsweise Finnland, beweisen, dass Gemeinschaftsschulen die Leistungen der SchülerInnen stärken und nicht, wie oftmals fälschlicherweise behauptet wird, verschlechtern.

Dies ist eine Pressemitteilung der LandesschülerInnenvertretung NRW.

Im Landtag forderte die Fraktion der SPD in einem Eilantrag die Rücknahme der Kopfnoten auf den Abgangs- und Abschlusszeugnissen. Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW begrüßte das Vorgehen der Opposition und macht mit weiteren Aktionen gegen die neuen Noten mobil.Logo

Die Regierungsfraktionen verweigerten sich in der Debatte am Mittwoch den Vorschlägen der Opposition, bei den Bewertungen zum Arbeits- und Sozialverhalten „Schadensbegrenzung“ vorzunehmen, sowie die erhoffte Abschaffung der Kopfnoten auf Abschlusszeugnissen voranzutreiben. Dies löste bei den Schülerinnen und Schülern eine Mischung aus Frust und Protest aus. Den Ärger über die zusätzlichen Noten machte Horst Wenzel (19) aus dem Landesvorstand der SchülerInnenvertretung klar, “damit wird allen Jugendlichen, die sich den Lehrerinnen und Lehrern nicht untergeben, ein Leben lang ein hässlicher Stempel aufgedrückt”. Zudem zielten diese Bewertungen nicht auf eine Besserung des Arbeits- und Sozialverhaltens ab, sondern auf „die Sortierung von jungen Menschen“. „Denn nichts ist für einen Unternehmer einfacher, als Bewerbungen zunächst nach Kopfnoten zu sortieren – und schon wird die Auswahl einfacher“ , erklärte der Schülervertreter.

Am 28. Mai wird es im Landtag eine öffentliche Anhörung zu den Problemen mit den Kopfnoten geben, zu der auch die Schülervertreter eingeladen wurden. Diese planen nun, möglichst viele Schülerinnen und Schüler dorthin zu mobilisieren, um ihrem Protest Ausdruck zu verschaffen. Zudem ruft die LSV NRW zu einer zweiten, großen Demonstration gegen Kopfnoten am 20. Juni in Düsseldorf auf. Horst Wenzel zieht als Resümee „Der Widerstand zunimmt und die Gegner der Kopfnoten werden nicht locker lassen“.

Quelle: LSV NRW

Die Integrierte Ganztagsgesamtschule (kurz: IGGS) ist ein Schulmodell der LandesschülerInnenvertretung NRW. Dabei sieht das Modell folgendermaßen aus:

Integrativ

In der integrativen Ganztagsgesamtschule lernen und leben behinderte, nicht behinderte, leistungsschwache, leistungsstarke und immigrierte SchülerInnen gemeinsam. So lernen sie unter anderem Rücksichtnahme und entwickeln soziale Kompetenzen, denn es ist durch mehrere Gewerkschaftsstudien erwiesen, dass heterogene Lerngruppen für ein soziales Miteinander und einen besseren Lernerfolg förderlich sind.

Zum anderen soll die Ausgrenzung von Minderheiten vermieden werden. Durch Respekt, Akzeptanz und Toleranz gegenüber Minderheiten ergibt sich die Möglichkeit für SchülerInnen, in einem harmonischen, vorurteilsfreien Miteinander zu leben. So erlernen die SchülerInnen, die Besonderheiten der Individuen als Bereicherung aufzufassen und Vorurteile zu hinterfragen und abzubauen.

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Foto: (c) S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Ganztag

Schule soll nicht mehr ausschließlich Lernraum, sondern auch Lebensraum sein. Arbeitsgemeinschaften, sportliche, kreative und musische Angebote sollen den Schulalltag bereichern. Es muss eine sinnvolle und abwechslungsreiche Verknüpfung von Lern- und Lebensphasen geben. Die SchülerInnen sollen außerdem einen gesunden Lebensstil vorgelebt bekommen und in diesem gefördert werden, so zum Beispiel durch ergonomisches Mobiliar, Sportangebote und gesundes Mittagsessen. Die Themen Gesundheit, Hygiene, Ernährung und Körperbewusstsein sollen auch Bestandteil von Unterricht und Projekten sein.

Gesamtschule

Wir fordern eine Schule für alle und somit die Auflösung des mehrgliedrigen Schulsystems. Durch die so entstandene heterogene SchülerInnenschaft können Schülerinnen und Schüler lernen, die Vielfalt als Bereicherung und Chance zu sehen. Maßstäbe hierfür sind individuelle Fähigkeiten, Interessen, Talente, Alter und soziale Herkunft. Außerdem lernen sie, mit- und voneinander zu lernen.

Die LandesschülerInnenvertretung NRW ist der Zusammenschluss der BezirksschülerInnenvertretungen in NRW. Sie koordiniert die Aktivitäten der BSVen, berät diese und vertritt die SchülerInnen gegenüber den Landesbehörden und der Öffentlichkeit. Sie trägt zur politischen Bildung bei und liefert ein Angebot an Broschüren (zum Beispiel diese hier) und Seminaren. Organe der LSV sind:

a) die Landesdelegiertenkonferenz (LDK) und
b) der Landesvorstand. Die LDK wählt und kontrolliert den Landesvorstand und bestimmt die inhaltliche Arbeit der LSV.

Die LSV unterhält eine Geschäftsstelle in Düsseldorf, an die Ihr Euch bei Problemen wenden könnt.

Homepage der LSV NRW: