“Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Deutschland sind bundesweit noch tausende Lehrstellen frei. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags suchen Unternehmen derzeit händeringend nach Auszubildenden.” (Quelle: RTLaktuell)
Ein interessanter Beitrag über das Ansehen der Hauptschule in der Gesellschaft und dessen Zukunft.
“Die Fünftklässler der Hauptschule Ganderkesee haben einen ganz besonderen Namen: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Es sind nämlich nur acht Schüler, ein Mädchen und sieben Jungs.” (Quelle: Panorama)
Hier ein kurzer Überblick darüber, was aktuell in der Politik im Bildungssektor diskutiert wird:
Zentralabitur NRW
Nachdem es einige Pannen, nicht nur im Mathe-Abitur, gegeben hat, schob die Schulministerien Barbara Sommer den LehrerInnen die Schuld zu, weil diese zwischen mehreren Abituraufgaben wählen konnten und demnach scheinbar erkennen hätten müssen, dass die Aufgaben ungeeignet waren. In der zentralen Mathe-Prüfung zum Beispiel war eine Aufgabe so gestellt, dass diese unlösbar war, was selbst ein Mathematik-Professor bestätigte. Deshalb durften insgesamt 1900
SchülerInnen in ganz NRW diese Prüfung – freiwillig – wiederholen.
“Wir müssen die Bildungsrepublik Deutschland werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber nachwievor haben HauptschülerInnen enorme Probleme eine Ausbildungsstelle zu finden. – Dies geht unter Anderem aus dem zweiten nationalen Bildungsbericht hervor. Dazu zwei Videobeiträge:
FOCUS-Schuldatenbank
Das Nachrichtenmagazin hat eine bundesweite Schuldatenbank veröffentlicht, die Eltern helfen soll die beste Schule für ihre Kinder auszuwählen. Die GEW glaubt, dass dadurch Ungerechtigkeit und Ungleichheit eher vergrößert wird.
Der Ausbildungspakt ist ein Erfolg? Für jede Bewerberin und jeden Bewerber wird ein Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt? Die Ausbildungslücke ist viel kleiner als häufig behauptet wird?
Es gibt Menschen, die diese Fragen mit “Nein!” beantworten können – hunderttausende Menschen: Die Jugendlichen, die Jahr für Jahr nicht die Möglichkeit bekommen, eine reguläre Ausbildung aufzunehmen.
Die Initiative “Ausbildung für alle” von DGB und Gewerkschaften will diesen Jugendlichen Gehör verschaffen und dem Ausbildungsplatzmangel ein Gesicht geben. Denn die persönlichen Schicksale von Betroffenen, die vergeblich einen Ausbildungsplatz suchen, sind das beste Argument gegen die Behauptungen von Politik und Wirtschaft, am Ausbildungsmarkt gehe es aufwärts.
Gestern fand unsere 6. Bezirksvorstandssitzung (kurz: BeVoSi), in Herford statt. Dort haben wir einen Plan aufgestellt, wie wir die Aktion “Alarm für Bildung und Ausbildung” weiter organisieren:
Bis zum 20. Juni werden alle SVen besucht und die Aktion vorgestellt
Nachdem wir die Zustimmung der SVen haben, wird über die Sommerferien bei Sponsoren, Rednern, Behörden, usw. angefragt
Am 27. August (2 Wochen vor der Aktion) werden letzte Infos während einer BDK bekannt gegeben
Kurz danach wird die Öffentlichkeit / Presse informiert
11:30 Uhr alle Schülerinnen und Schüler verlassen den Unterricht und gehen zum Alten Markt
12:00 Uhr beginnt die Veranstaltung (kurze Einleitung)
12:05 Uhr Podiumsdiskussion über Ausbildungsplatzproblematik mit Unternehmern (”Die Schulabgänger sind nicht geeignet.”), SchulabgängerInnen (”Ich finde einfach keine Stelle.”), jmd. von der Arbeitsagentur (”Der Ausbildungsplatzmarkt entwickelt sich immer positiver.”), Frank Riedel (”Die Statistiken sind geschönt, in Wirklichkeit verbringen SchulabgängerInnen ihre Zeit in berufsbildenden Maßnahmen.”) und evtl. einem unabhängigen Experten (Professor)
12:35 Uhr Rockband, mit Songs aus dem Schulalltag
12:45 Uhr Berichte aus dem Schulalltag: LehrerInnen (”Es muss grundlegend etwas am Bildungssystem geändert werden.”), SchülerInnen aus verschiedenen Schulformen (HauptschülerIn “Wir sind nicht dumm.”), Gymnasium (G8 [= Abitur nach nur 12 statt 13 Jahren]) “Ich habe keine Zeit mehr für Hobbies”, usw.
13:05 Uhr Rapper
13:10 Uhr Zusammenfassende Rede mit allen Forderungen
13:20 Uhr Tanzgruppe
13:30 Uhr Ende
Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir lieber weniger Programmpunkte aufnehmen, als dass wir dann später die SchülerInnen langweilen und diese sich dann von der Veranstaltung entfernen. In Kooperation mit Gentränkemärkten, wollen wir dort Getränke verkaufen, um einige Einnahmen zu erzielen. Ferner werden die BürgermeisterInnen und der Kreis Herford gefragt, ob diese nicht dauerhaft die BSV Herford, als Vertretung der rund 33. 0000 Schülerinnen und Schüler unterstützen möchten. Des Weiteren sollen “Vertrauensvolle” SchülerInnen Krachinstrumente (Pfeifen, Ratschen, usw.) erhalten, die in passenden Momenten diese einsetzen.