Archiv für das Tag 'abitur'

Nachdem eine Ungleichbehandlung bei der Verwendung von Lektüren bekannt
wurde, sieht das Schulministerium keinen Grund zu handeln. Die Schüler
könnten dadurch keinen Vorteil erlangen. Dies ist in den Augen von
Dilan Aytac aus dem Vorstand der LandesschülerInnenvertretung (LSV)
allerdings nur der Versuch, die ersten Pannen des diesjährigen
Zentralabiturs zu verharmlosen. “Es kann nicht wahr sein, dass man
unter unterschiedlichen Bedingungen eine Prüfung schreibt, die dem
landesweiten Vergleich dienen soll”, so die 18 jährige Schülerin, die
selbst eine Aufgabe wählte, bei der die Verwendung der Lektüre „Effi
Briest“ explizit erlaubt war.

Nach eigener Recherche hat der
Landesvorstand in Erfahrung gebracht, dass an ein paar Schulen die
Lektüren zu Beginn der Prüfung nicht erlaubt waren, andere Schüler die
Lektüren während der gesamten Prüfung nutzen konnten. Wieder andere
Schulen teilten die Lektüren zu Beginn der Prüfungszeit aus und
sammelten sie nach kurzer Zeit wieder ein. „Von einer Vergleichbarkeit
kann hier keine Rede sein“, so Johannes Struzek (19), ebenfalls aus dem
Landesvorstand. „Durch das Verwenden einer Lektüre kann man ganz anders
an die Prüfung herangehen. Während manche Schüler nur allgemeine
Aussagen über die Lektüren machen können, haben andere die Chance, viel
genauer auf Textstellen einzugehen oder gar zu zitieren.“ Deshalb
fordert die LSV sofortige Stellungnahme des Ministeriums und eindeutige
Anweisungen in den zukünftigen Prüfungen.  Es muss sichergestellt
werden, dass im Fach Deutsch durch eine nachträgliche Regelung die
Chancengleichheit wiederhergestellt wird.

Quelle: LandesschülerInnenvertretung NRW

Damit sich die Pannenserie der letzten Abiturprüfungen nicht [wir berichteten] wiederholt, hat die Landesregierung eine Experten-Komission (Komission = ein Ausschuss oder eine Gruppe von Personen) eingerichtet, die nun ihre Arbeit begonnen hat. Diese soll in Fachkomissionen bis zum April 2009, nämlich dann wenn die Abiturprüfungen beginnen, die Abi Aufgaben prüfen.

(c) S. Hofschlaeger/PIXELIO

Letztes Jahr war beispielsweise eine Mathe Aufgabe nach Meinung vieler Experten nicht lösbar. Aufgrund der starken Kritik bot das Schulministerium betroffenen Schülerinnen und Schülern an, die Abitur-Prüfung in Mathematik zu wiederholen.

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aykan

Aktueller Pressespiegel

Hier ein kurzer Überblick darüber, was aktuell in der Politik im Bildungssektor diskutiert wird:

Zentralabitur NRW

Nachdem es einige Pannen, nicht nur im Mathe-Abitur, gegeben hat, schob die Schulministerien Barbara Sommer den LehrerInnen die Schuld zu, weil diese zwischen mehreren Abituraufgaben wählen konnten und demnach scheinbar erkennen hätten müssen, dass die Aufgaben ungeeignet waren. In der zentralen Mathe-Prüfung zum Beispiel war eine Aufgabe so gestellt, dass diese unlösbar war, was selbst ein Mathematik-Professor bestätigte. Deshalb durften insgesamt 1900
SchülerInnen
in ganz NRW diese Prüfung – freiwillig – wiederholen.

Bildungsbericht 2008

“Wir müssen die Bildungsrepublik Deutschland werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber nachwievor haben HauptschülerInnen enorme Probleme eine Ausbildungsstelle zu finden. – Dies geht unter Anderem aus dem zweiten nationalen Bildungsbericht hervor. Dazu zwei Videobeiträge:

FOCUS-Schuldatenbank

Das Nachrichtenmagazin hat eine bundesweite Schuldatenbank veröffentlicht, die Eltern helfen soll die beste Schule für ihre Kinder auszuwählen. Die GEW glaubt, dass dadurch Ungerechtigkeit und Ungleichheit eher vergrößert wird.

Deutschland, 07.03.2008 – Nach einer überwiegend kritisch geführten Diskussion in Deutschland über die Einführung des Abiturs nach zwölf Schuljahren in Deutschland (kurz „G8“) fassten die Kultusminister (BildungsministerInnen der Bundesländer) auf ihrer gestrigen Konferenz (KMK) in Berlin Beschlüsse zu „Möglichkeiten der Flexibilisierung beim Abitur nach zwölf Jahren“. Am Grundsatzbeschluss von 1997 zur Einführung eines achtjährigen gymnasialen Bildungsgangs nach dem Übergang von der Primarstufe zur gymnasialen Sekundarstufe I bis zum Abitur wird jedoch nicht gerüttelt.

An eine Reduzierung der Unterrichtsstunden ist nicht gedacht. Entsprechenden Forderungen begegnet die KMK mit dem Argument: „Eine Reduktion der Debatte auf formale Stundenumfänge löst nicht die Probleme von G8, sondern kann sie verstärken, da das Verhältnis von Inhalt und Zeit weiter verschärft würde.“ Stattdessen sollen auf Länderebene, die die Zuständigkeit für das Bildungswesen haben, die Lehrpläne angepasst werden, wobei insbesondere die Einbeziehung von Methodenlernen und Übungs- und Anwendungszeiten in die Stoffvermittlung im Rahmen der Entwicklung so genannter Kerncurricula gemeint ist. Außerdem sollen die Gymnasien durch die Zulassung flexiblerer Verteilung der Stunden über die Jahrgänge und variabler Prüfungsformen sowie Hausaufgabenhilfen unterstützt werden. Auch an eine Ausweitung des Ganztagsangebotes ist gedacht. Den Schulen soll auch ein größerer Spielraum „bei der Umsetzung besonderer pädagogischer Ansätze“ wie Projektunterricht gewährt werden. Die dafür vorgesehenen Stunden sollen auf die Pflichtstundenzahlen von „265 Wochenstunden im gymnasialen Bildungsgang von der Jahrgangsstufe 5 bis zum Abitur“ angerechnet werden können.

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Foto: (c) S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

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Das achtjährige Turbo-Abitur (nach 12 statt 13 Jahren, auch kurz G8 genannt [Abitur nach 8 Jahren]) an Gymnasien stresst die Schülerinnen und Schüler. – Kein Wunder, wenn für denselben Stoff ein Jahr weniger zur Verfügung steht. Das Schulministerium hat nun auf Kritik seitens der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und der Schülerinnen und Schüler reagiert und die Lehrpläne entschlackt.

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Foto: (c) Thommy Weiss / www.pixelio.de

In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch soll dies bereits zum 1. August 2007 geschehen sein, in den Naturwissenschaften soll dies noch folgen. Zudem soll eine weitere Reduzierung der Lehrpläne geplant sein.

Internetverweise